Dienstag, 3. Juli 2012

USA 2012: Tag 5, 02.07., von Klamath nach Lincoln City

Wir haben Kalifornien in aller Frühe und im Regen verlassen. Die Fahrt in Oregon war teilweise ganz interessant, über viele Passagen aber auch sterbenslangweilig. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich: von Steilküste mit wunderschönen Ausblicken über die Sanddünen des Oregon Dunes NRA bis zu flacher Landschaft, wo man kilometerweit vom Pazifik entfernt ist.

Das Highlight sollte heute der Sea Lion Cave sein, eine Höhle, in der sich Seelöwen eingenistet haben. Da wurde aber nix draus, da man die Höhle nur mit einem Fahrstuhl erreichen kann und der kaputt war. Danke, Otis! Sicherlich gibt's für Notfälle auch Stufen in die Höhle, aber die standen nicht zur Diskussion. Der Besuch war allerdings nicht völllig umsonst, da man einen (heute mal kostenlosen) Blick auf den Felsen der Seelöwen werfen konnte. Ich denke, wir waren mindestens 50 Meter über den Viechern, aber man musste sich trotzdem vor Gestank fast die Nase zuhalten. Unerträglich. Na ja, das mit der Höhle wäre sicher toll gewesen, aber so hatten wir mal wieder Geld und Zeit gespart.

Wir haben Lincoln City dann nach 9 Stunden Fahrt erreicht. Das Hotel ist Spitzenklasse: 3. Etage, Rückseite, d.h. von der #101 abgewandt, Meerblick, King-Size-Bett, Kamin und Frühstück. Und dazu noch billiger als die muffige Cabin (seufz!). Wir waren dann am Abend noch im örtlichen Outlet Center (was 'n Wunder dass es sowas hier gibt) und haben uns vom Chinesen was mitgenommen. Beim Auspacken unseres Abendmahls sind wir aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen - da hätte ganz locker ein einziges Essen für uns beide gereicht. Solche Portionen sind echt ungesund, das führt leicht zur einer schmerzhaften Magenüberdehnung. Wir haben den Rest aufgehoben, da brauchen wir morgen unterwegs kein Mittagessen mehr. Passt scho!

Morgen geht es dann weiter nach Washington. Der Wetterbericht ist jetzt allerdings nicht mehr so freundlich, da es in den kommenden Tagen wieder Regen(schauer) geben soll. Wir werden sehen.

Brücke bei Coos Bay, OR
Spaß im Oregon Dunes National Recreation Area, OR
Seelöwen, OR
Pazifik-Küste, OR

Montag, 2. Juli 2012

USA 2012: Tag 4, 01.07., Redwoods Parks

Heute haben wir das Quartier mal nicht gewechselt und hatten so ausgiebig Zeit für die Redwoods. Morgens war's hier in Klamath total neblig, wurde aber auf dem Weg nach Norden besser. Als erstes ging's auf einer unbefestigten Strasse quer durch den Redwood-Wald, man muss ja auch mal ausnutzen, dass wir einen SUV haben ;-) Da es gestern geregnet hatte, sieht das Auto jetzt aus wie Sau. Was soll's, es hat sich gelohnt. Näher kommt man an den Urwald nicht heran. Mitten im Wald haben wir noch einen kleinen Trail absolviert, was aber wegen der unzähligen Mücken etwas erschwert wurde.

Mittags waren wir in Crescent City, der größten (einzigen) Stadt der gesamten Umgebung. Im Supermarkt haben wir heiße Suppe geholt und dann am Strand (im Auto) gefuttert. Der Nebel verzog sich, so dass wir den Nachmittag der Küste gewidmet haben. Herrliche Ausblicke!

Morgen steht eine große Etappe bevor, für die wir sicher den gesamten Tag benötigen werden. Es geht nach Oregon... Der Wetterbericht verspricht viel gutes Wetter für die nächsten Tage.

Jedediah Smith Redwoods State Park, Howland Hill Road, CA
Jedediah Smith Redwoods State Park, Simpson-Reed Grove Trail, CA
Redwoods National Park, Klamath Overlook, CA

Sonntag, 1. Juli 2012

USA 2012: Tag 3, 30.06., von Fort Bragg nach Klamath

So ganz haben wir den Jetlag immer noch nicht überwunden, so dass wir am heutigen Samstag schon um 07:00 Uhr zum Strand von Fort Bragg aufgebrochen sind. Wir mussten uns noch etwas die Zeit vertreiben, denn Frühstück gab's erst ab 08:30 Uhr. Wir sind dann auf der #1 weiter nach Norden gedüst. Das Wetter war hervorragend und der Nebel ein ganzes Stück draussen auf dem Meer. So gab es noch einige tolle Ausblicke auf Kaliforniens Küste, bevor der Highway ins Hinterland abgebogen ist.

Es ging quer durchs Küstengebirge. In Leggett sind wir dann mitten durch einen Baum gefahren (siehe Foto). Hier endet auch die #1 und es ging weiter auf der #101, teilweise sogar vierspurig ausgebaut. Es gibt ein Teilstück, wo man statt dem Freeway die alte Straße nehmen sollte, die "Avenue of the Giants". Hier führt die Strasse mitten durch einige Redwood-Wälder. Sehr beeindruckend! Wir haben zwei kurze Trails absolviert, wo man sich die Bäume aus der Nähe anschauen konnte. Riesig!

Das Wetter ist dann allerdings in Nieselregen und später stärkeren Regen übergegangen. Hat aber nix gemacht, denn den interessantesten Teil hatten wir da schon gesehen. Weiter nördlich kommt man dann zum Redwood Nationalpark und drei verschiedenen State Parks, die quasi alle zusammengehören. Auch hier haben wir einen Umweg von der #101 gemacht, um die Redwoods zu sehen. An Trails war wegen des Niederschlags nicht mehr zu denken :-(

Die nächsten zwei Nächte übernachten wir in einem "Cabin". Die ganze Anlage besteht aus einer Tankstelle, einem Minimarkt und 16 kleinen Bungalows, den Cabins. Ist eher rustikal und die Holzkonstruktion gibt aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit drinnen und draussen einen sehr muffigen Geruch von sich. Die erwartete Kochgelegenheit beschränkte sich auf eine einzelne Kochplatte und zwei wenig zum Kochen geeigneten Töpfe. Egal, für Nudeln mit Sauce hat's gereicht. Morgen soll das Wetter wieder brauchbar werden und wir haben vor, die Redwoods noch ein bischen anzuschauen...

Pazifik-Küste am Highway #1 nördlich von Fort Bragg, CA
Mitten durch den Baum..., CA
Avenue of the Giants, Humboldt Redwoods SP, CA

Samstag, 30. Juni 2012

USA 2012: Tag 2, 29.06., von Mill Valley nach Fort Bragg

Wie gestern schon erwähnt, war die erste Nacht nicht so toll. Da wir ohnehin nicht mehr schlafen konnten, sind wir um 05:00 Uhr aufgestanden und erstmal einkaufen gefahren. Es lebe Amerika. Wir haben im nahegelegenen Supermarkt die Grundversorgung erledigt und sind dann zurück zum Hotel, um zu "frühstücken". Im Angebot: Kaffee aus dem Kaffeeautomaten, O- und Cranberry-Saft aus einem Automaten, dazu verschiedene Gebäckstücke einzeln in Plastik verpackt (Mini-Muffins, Mini-Rosinenschnecken - süß bis zum Anschlag, weiteres Mini-Gebäck) und Müsli in Mini-Schachteln mit 1 Portion drin. Auch typisch amerikanisch, aber wegen der unglaublichen Menge an Plastikabfall irgendwie nicht so toll.

Der erste Teil der Reise besteht im Abfahren des "Pacific Coast Highways" bis nach Seattle. Diese Straße trägt über weite Strecken die #101, teilweise zweigt aber die #1 davon ab und führt noch näher an der Küste entlang. Die heutige Etappe folgte komplett dem Highway #1 von Mill Valley (wo das heruntergekommene Hotel von letzter Nacht steht) bis nach Fort Bragg. Erstes Highlight was eindeutig der Point Reyes National Seashore, einer Halbinsel, die langsam aber sicher durch den San Andreas Graben vom Festland abgetrennt wird. Eine fabelhafte hügelige Landschaft, die in Meeresnähe von großen Sanddünen bestimmt wird und irgendwie sehr an Cape Cod, Irland oder Teile Neuseelands erinnerte.

Was das Wetter betraf, so hatten wir heute alles dabei. Von Nieselregen und Wind über Nebel bis zu ausgiebigen Sonnenschein. Der Highway führte teilweise direkt am Meer entlang, auf anderen Teilstrecken auch recht weit oberhalb. Aussicht gab's wegen des Nebels nur stellenweise. Auch die Landschaft wechselte von ansprechenden Sandstränden bis zu felsigen, steilen Bereichen, aber auch gesichtloser Allerweltsküste. Zwischendurch gab's reichlich Eukalyptusbäume, so dass wir auch reichlich inhaliert haben ;-)

In Fort Bragg hatten wir ein Zimmer in einem "lovely" B&B reserviert und, man kann es nicht anders sagen, stärker könnte der Kontrast nicht sein. Wir wollten dann noch eine kleine Runde zu Fuß drehen und mal einen Blick auf den städtischen Strand werfen, aber das kann man hier total vergessen. Es ist nicht möglich, direkt von der Stadt aus ohne Auto zum Strand zu kommen. Alles abgesperrt und durch irgendwelche Firmen umzäunt. Man kommt nicht mal in die Nähe des Strands. Alle fahren brav mit dem Auto über einen einzigen Zugang zum Strand. Auch das ist wiedermal Amerika.

Point Reyes National Seashore (der Strand ist noch läääänger...), CA
Pazifik-Küste am Highway #1, CA

Freitag, 29. Juni 2012

USA 2012: Tag 1, 28.06., Anreise

Ja, der Anreisetag ist immer der stressigste Urlaubstag von allen :-( Das Flugzeug war randvoll und brauchte die vollen 12 Stunden bis San Francisco. Es waren auffallend viele Amerikaner an Bord, was sich bei der Einreise sehr positiv bemerkbar machte. Das war nämlich die kürzeste Wartezeit, die wie je erlebt haben! Die Schlange für die US-Bürger war außerordentlich lang, aber bei den Besuchern war nichts los. Noch dazu war der Einreisebeamte sehr gut gelaunt, fantastisch.

Danach ohne Probleme durch den Zoll und das Auto abgeholt. Okay, da wollte uns Alamo einen halbvollen Tank andrehen und wir sollten vollgetankt wieder abgeben. Netter Versuch, hat aber nicht geklappt! Über die Interstate 280 und den Highway #1 ging's durch San Francisco und über die Golden Gate Bridge. Wow, da hatten wir Glück, die Brücke war nur zu einem kleinem Teil im Nebel. Also sind wir doch noch mal zu dem Aussichtspunkt oberhalb der Brücke gefahren und haben in der Abenddämmerung einige Fotos geschossen. Von der Stadt selbst war überhaupt nichts zu sehen, aber die rote Stahlkonstruktion war mal wieder beeindruckend.

Das Hotel war ein paar Meilen hinter der Brücke und rückblickend muss ich sagen, dass es gut war, dass wir erst in der Dunkelheit das Zimmer bezogen haben. Morgens wurde erst so richtig sichtbar, wie heruntergekommen und eklig diese Bude ist. Brrrrr! Eindeutig das mieseste Hotel, das wir seit Jahren gesehen haben. Lustlos geführt und mit minimalstem Aufwand am Laufen gehalten. Abgesehen davon war der Straßenlärm erheblich und zusammen mit dem Jetlag war die Nacht doch sehr unruhig.