Samstag, 23. März 2013

USA 2013, 22.03., Tag 9: von Pensacola nach Apalachicola

Wir sind heute entlang der Golfküste ostwärts gefahren. Immer auf der US 98 entlang. Das Wetter hat gehalten, aber es war sehr viel Wind heute. Die Fahrt hat länger gedauert als gedacht, da insbesondere zwischen Pensacola und Panama City sehr viel Verkehr und unzählige Ampeln waren. In Destin haben wir mittags in einem Outlet Center Halt gemacht. Da gab es endlich mal einen vernünftigen Buchladen. Es ist schon wirklich auffällig, dass die Bücherläden hier in den USA immer weniger werden - und das nicht erst seit der Pleite von Borders Books. Wird halt alles online gekauft. Ich fürchte, da wird sich unser Buchhandel in den nächsten Jahren wohl noch umstellen müssen.

Unterwegs haben wir nur wenige Strände angeschaut. Es war einfach zu windig. Wir sind am Nachmittag wieder zur Ostküsten-Zeit zurückgekehrt und haben eine Stunde verloren. Morgen geht es weiter nach Tallahassee, Floridas Hauptstadt. Die Gewitter-Warnung für morgen steht noch...

Highway 399, Santa Rosa Island, FL
Sicherheitsdienst im Outlet Center, Destin, FL
St. Joseph Peninsula, FL

Freitag, 22. März 2013

USA 2013, 21.03., Tag 8: Pensacola

Am Vormittag haben wir die "Naval Air Station" in Pensacola besucht, genauer gesagt das "Museum of Naval Aviation". Es handelt sich dabei um ein riesiges Flugzeug-Museum der US Navy. Das Museum ist kostenlos, denn es handelt sich hier um eine überdimensionale Werbeveranstaltung. Aber man muss sagen, dass das Museum wirklich Spitzenklasse ist. Man muss halt das Pathos ausblenden und sich auf das Technische beschränken. Neben den Flugzeugen sind übrigens auch einige Exponate zur Raumfahrt ausgestellt, wie z.B. eine originale Apollo-Kapsel. Klar, einerseits waren viele Astronauten vorher Navy-Offiziere, andererseits hat die Navy auch direkt ihren Beitrag zum Mondlandeprogramm geleistet, indem sie die Astronauten am Ende aus dem Ozean gefischt hat.

Direkt gegenüber vom Museum steht ein großer, um nicht zu sagen Floridas größter Leuchtturm. Gegen ein Entgeld darf man den auch besteigen, was sich wegen des wunderbaren Überblicks über die flache Landschaft auf jeden Fall lohnt. Neben der Bucht von Pensacola kann man auch das Flugfeld der Navy-Jets sehr gut sehen.

Für den Nachmittag hatten wir wieder Natur und Geschichte eingeplant. Es ging zum "Gulf Island National Seashore", einem Schutzgebiet, in dem u.a. auch ein altes Fort zur Bewachung der Bucht steht. Fort Pickens kann man sich in alles Details anschauen und es ist wirklich interessant, was die Sklaven im Laufe der Zeit hier so erbauen durften. Eine Ecke des Forts fehlt leider, aber das war eher ein tragisches Feuer in der Pulverkammer als ein feindlicher Beschuß. Umrahmt wird das ganze von weißen Sandstränden, die wegen des Schutzgebiets nicht mit zehnstöckigen Betonklötzen verschandelt werden konnten. Der Sand ist so fein und so weiß, dass man meinen könnte, es wäre Schnee (okay, der Vergleich ist im Moment nicht so angebracht, tut mir leid). Das Wasser im Golf von Mexiko ist in den ersten Minuten doch recht frisch, aber man gewöhnt sich daran (oder spürt es einfach nicht mehr). Bis zu den Knien waren wir beide drin, die Hose auch ein Stückchen weiter.

Morgen geht es ostwärts an der Küste entlang. Für den Abend und den Samstag haben sie teils heftige Gewitter angesagt. Ich hoffe, dass uns das nicht komplett erwischt.

Museum of Naval Aviation, Pensacola, FL
Pensacola Lighthouse, Pensacola, FL
Gulf Islands NS, Fort Pickens section, FL

Mittwoch, 20. März 2013

USA 2013, 20.03., Tag 7: von Huntsville nach Pensacola

Wir haben heute Alabama verlassen und sind auf der Interstate 65 nach Süden gedüst. Nach zahlreichen Meilen sind wir bereits am frühen Nachmittag in Pensacola angekommen. Den vorhergesagten Regen haben wir nicht mehr gesehen, aber stattdessen ist die Sonne herausgekommen. Wir haben einen kurzen Abstecher an die Küste unternommen und am Strand eine kurze Runde zu Fuß gedreht. Der Wind war noch recht frisch, aber bei Sonnenschein auszuhalten ;-)

Am Abend haben wir noch im Hotel Wäsche gewaschen. 2 Ladungen und dann alles zusammen durch den Trockner. Sieht soweit gut aus, außer das eines meiner neuen T-Shirts jetzt mindestens eine Nummer kleiner ist :-(

Auf der I-65 in Alabama
Golf von Mexiko, Perdido Key, AL
Golf von Mexiko, Perdido Key, AL
Abendessen...

USA 2013, 19.03., Tag 6: Huntsville

Für heute stand das "U.S. Space and Rocket Center" in Huntsville auf dem Programm. Neben dem eigentlichen Museum mit verschiedenen Ausstellungen bekommt man noch die Saturn-V-Rakete, ein IMAX-Kino und eine Bus-Tour durch das benachbarte Redstone-Arsenal geboten. Wobei letzteres enttäuschenderweise nur noch für US-Staatsbürger möglich ist. Als ich 2000 hier war, haben wir alle die Tour gemacht und da wollte noch nicht mal jemand unseren Pass sehen. So ändern sich die Zeiten halt, nach dem Krieg haben sie hier äußerst fragwürdigen Leuten die Tür aufgehalten und heute darf man als Ausländer keinen Fuß mehr auf das Gelände setzen.
Apropos, im Museum gibt es eine große Ausstellung zu Wernher von Braun. Seine Karriere bei den Nazis wird am Rande erwähnt und auch aus Dora gibt es einzelne Fotos. Übrigens wird er hier zitiert, dass die Flucht vor der Roten Armee und das Überlaufen zu den Amerikanern eine "Entscheidung des Gewissens" gewesen sei. Für jemanden, der Raketen zur massenhaften Bombardierung der Briten entworfen und gebaut hat, war diese Entscheidung wohl mehr von der eigenen Karriere als vom Gewissen getrieben.

Sehr interessant waren der IMAX-Film über Weltraumschrott ("Space Junk") und die Saturn V. Genau wie in Cape Canaveral haben sie auch hier eine riesige Halle gebaut, in der man die Rakete besichtigen kann.

Da wir durch die ohne uns stattfindende Bus-Tour noch den ganzen Nachmittag Zeit hatten, haben wir uns spontan entschlossen, einen Abstecher nach Tennessee zu machen. Genauer gesagt nach Lynchburg zu Jack Daniel's. Das hat sich gelohnt! Die Tour ist kostenlos, schließt aber keine Kostproben ein. Der Tour-Führer entspricht den typischen Vorurteilen gegenüber einem Südstaatler: sehr dick, mit blauer Latzhose bekleidet und einen unverständlichen Slang sprechend. Man sieht alle Stationen der Whisky-Herstellung, von den Fässern und der Holzkohle, über die Fermentierung bis zur Abfüllung. Am Ende gibt's leckere Südstaaten-Limonade für alle. Auf dem Gelände ist auch ein kleiner Laden, in dem man besondere Jack-Flaschen, z.B. Single Barrel, kaufen kann. Das ist auch die einzige Möglichkeit, in der Gegend Jack zu erwerben, denn die Gegend ist ein ein "dry county", d.h. ein trockener Bezirk. Paradox, die Leute trinken keinen Alkohol, verkaufen ihn aber in die ganze Welt. Na ja, eine Eigenheit des "Bible Belts", des Bibelgürtels der USA.

Morgen durchqueren wir Alabama von Nord nach Süd. Die nächste Station ist Pensacola, Florida, am Golf von Mexiko.

Space Shuttle, U.S. Space & Rocket Center, Huntsville, AL
Saturn V, U.S. Space & Rocket Center, Huntsville, AL
Jack Daniel's, Lynchburg, TN
Jack Daniel's, Lynchburg, TN

Montag, 18. März 2013

USA 2013, 18.03., Tag 5: von Atlanta nach Huntsville

Wir sind heute Morgen mit der U-Bahn wieder zum Flughafen hinaus gefahren und haben unseren Mietwagen geholt. Die gute Nachricht: wir haben wieder einen Chevrolet Captiva bekommen! Die schlechte Nachricht: es ist die absolute Grundausstattung. Unglaublich, aber es gibt nicht mal einen Schlüssel mit Funkfernbedienung! Ich wusste gar nicht, dass die sowas überhaupt hier verkaufen können. Aber wahrscheinlich haben die Leute von Chevy mal eine Sonderauflage für Alamo gemacht und Autos gebaut, die sonst nirgends zu bekommen sind.


Apropos schlechte Nachrichten: Nr. 2 ist, dass das Navi beim Transport kaputtgegangen ist. Keine Ahnung, was das genau passiert ist, aber es sieht so aus, als ob mein Notebook einen Zusammenstoß mit dem Display des Navis hatte. Jedenfalls ist das halbe Display im Eimer, siehe Foto. Wir haben uns dann mit der Straßenkarte bis auf die Interstate 20 und zum ersten Wal-Mart durchgeschlagen. Die hatten dann eine durchaus akzeptable Auswahl an Navis da. Schlecht für die Urlaubskasse, aber leider nicht zu ändern. Ich spiele nachher noch die Wegpunkte unserer Hotels drauf und dann ist der Ersatz hunderprozentig einsatzfähig.

Schlechte Nachricht Nr. 3: das Shopping-Zentrum in Boaz gehört der Vergangenheit an. Im Jahr 2000 gab es dort ein Outlet Center, wo man bummeln und richtig günstig einkaufen konnte. Heute stehen die meisten Geschäfte leer und es macht sich ein Flair wie kurz vorm Abriss breit. Gut, andererseits haben wir wieder Geld gespart.

Positiv sollte noch erwähnt werden, dass wir beim Wetter Glück hatten. Gerade als wir in die überdachte Einfahrt des Hotels gefahren sind, brach ein richtig heftiges Gewitter los. So mit Donner, Blitz, Platzregen, Wind und ein wenig Hagel. Da war es gut, dass wir nicht mehr auf der Straße unterwegs waren. Weiter östlich gab es dicken Hagel (5 cm Durchmesser) und auch eine Tornado-Warnung, aber auch das hat uns hier nicht erwischt.

Morgen gibt es wieder Sonne, leider bei etwas kälteren Temperaturen, aber keinen Regen mehr. Am Mittwoch geht es dann weiter nach Florida, aber da soll das Wetter dann richtig miserabel werden. Schaumermal.

Das Navi hat's hinter sich...
Tornado-Warnung im Weather Channel