Wir hatten unser Auto in Calheta geparkt und uns mit dem Taxi zum Startpunkt fahren lassen. Das Wetter spielte leider nicht ganz so mit, aber die Regentropfen blieben zum Glück nur kurz. Die Levada selbst ist von der einfachen Sorte, recht breit, keine Tunnel und nur in den Talschlüssen mal ein paar Stufen. Der Weg führt die gesamte Strecke nur durch den Wald und man kann reichlich Eukalyptus inhalieren, wunderbar. Interessante Ausblicke auf Orte oder das Meer gibt es nur selten, aber die Landschaft und der Wald entschädigen dafür.
Nach gut 3 Stunden haben wir dann die Levada verlassen und sind eine Straße steil bergab zurück nach Calheta gelaufen. Dabei hat uns ein sehr netter Portugiese den richtigen Weg gewiesen. Wie sich herausstellte, hatten wir das Auto nicht dort geparkt, wo der Wanderführer es empfohlen hatte. Wenn wir der Beschreibung gefolgt wären, hätten wir die Hauptstraße an einer ganz anderen Stelle erreicht - und hätten kein Auto vorgefunden. Ist ja nochmal gutgegangen.
Tipp: Direkt hinunter zum Meer fahren und ein kühlendes Bad am Strand von Calheta nehmen. Der Sandstrand ist zwar mit Lavakieseln durchsetzt, aber trotzdem ideal, um eine Runde zu schwimmen.
Das Wetter sah heute Morgen ausgezeichnet aus und so sind wir ins Gebirge gefahren. Wir haben uns für den Klassiker entschieden, vom Pico do Areeiro zum Pico Ruivo und zurück. Wir haben die Tour 2004 schon einmal gemacht, allerdings mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Heute haben wir es bei der Standard-Tour belassen, was absolut ausreichend war...
Das Wetter war fantastisch! Es gab am Morgen absolut keine Wolken. Zunächst geht es mehr als 300 Höhenmeter nach unten. Die Tour führt durch insgesamt 6 Tunnel, quer durch die Berge und mitten durch senkrechte Felswände. Überall beeindruckende Ausblicke in die Täler und hinüber zur Hochebene. Nach dem letzten Tunnel geht es dann wieder bergauf zur Pico-Ruivo-Hütte und eine Viertelstunde weiter zum Gipfel des Pico Ruivo.
An der Hütte haben wir Rast gemacht. Dort liefen vier schwarze Katzen herum und haben überall fürchterlich gebettelt. So richtig Schwung kam in die Sache, als ein kleines Kind anfing, die Katzen streicheln zu wollen. Die konnten echt schnell laufen...
Mittlerweile waren erwartungsgemäß Wolken aufgezogen. Der Rückweg erfolgte auf dem gleichen Weg. Also erstmal wieder runter, dann durch die Tunnel und auf der anderen Seite wieder bergauf. Im Aufstieg sind wir meist durch die Wolken gelaufen. Es sind übrigens genau 1.740 Stufen vom tiefsten Punkt der Tour bis hinauf zum Pico do Areeiro - dabei sind die Stufen zwischendurch und beim Aufstieg zum Pico Ruivo nicht mitgezählt!
Am Pico do Areeiro war übrigens nur die Radarkuppel wiederzuerkennen. Der Parkplatz wurde umgestaltet und ein komplettes Besucherzentrum gebaut. Der Kommerz hat auch hier Einzug gehalten. Ach ja, und auch die Panflöten-Inkas waren wieder da. Aber nur am Vormittag. Offensichtlich hatten sie nach dem Mittag noch eine andere lohnende Stelle, um ihre CDs anzubieten.
Blick vom Pico de Areeiro zum Pico do Gato (Mitte) und Pico das Torres (rechts)
Weg durch die Steilwände mit Tunneleingang
Blick vom Pico Ruivo in Richtung Boca Encumeada und Hochebene Paul de Serra (Hintergrund)
Bei der ersten Wanderung auf Madeira haben wir es ruhig angehen lassen. Das Wetter war heute Vormittag richtig sonnig und warm (gestern eher wolkig mit Schauern, auf der Hocheben dicker Nebel und sogar Regen). Wir haben uns mit dem Taxi einige Orte weiter zur Levada fahren lassen und sind zurück zum Hotel gewandert. Der Einstieg in die Levada war traumhaft. Der Weg wird von Weinstöcken umschlossen, so dass man ein Stück unter einem Teppich von Wein läuft. Die Levada schlängelt sich zwischen Dörfern hindurch und auch in eine tiefe Schlucht hinein. Meist ist die Levada offen, teilweise aber von Betonplatten bedeckt. Man läuft in Richtung Westen entgegen der Fließrichtung des Wassers.
Kurz vor dem Cabo Girao nimmt die Levada einen Tunnel zur anderen Seite des Berges. Der Tunnel ist kerzengerade und ca. 200 Meter lang. Wir hätten unsere Taschenlampen nicht unbedingt gebraucht, aber sie waren doch sehr nützlich, da der Weg sehr uneben war. Hinter dem Tunnel haben wir die Levada verlassen und sind zur Straße aufgestiegen. Am Abzweig zum Cabo Girao haben wir in einer Bar einen Snack zum Mittag genommen, was übrigens sehr zu empfehlen ist. Sehr lecker und richtig günstig. Kurz vor dem Hotel sind wir nochmal abgezweigt und haben am Cabo Girao einen Blick in die Tiefe geworfen. Immerhin 580 Meter bis zum Meer, echt beeindruckend. Der Aussichtspunkt wurde in den letzten Jahren komplett umgebaut. Wir haben nichts mehr wiedererkannt. Die Parkplätze sind komplett anders und auch das Häuschen mit dem riesigen Foto von Winston Churchill ist nicht mehr da. Schade!
Levada do Norte
Levada do Norte
Levada do Norte - Tunnel beim Cabo Girao
Blick vom Cabo Girao in Richtung Funchal und Camara de Lobos
Zum Ende des Urlaubs sollte es nochmal eine Gebirgstour sein. Das war auch gut, denn es war wieder richtig heiss geworden. Ziel war der Hausberg von Burgeis, der Watles. Mit der Seilbahn kann man sich einiges an Weg sparen und das haben wir auch gemacht. Der Aufstieg zum Watles ist nicht schwierig, belohnt aber mit einem grandiosen Ausblick ins Vinschgau, zum Alpenhauptkamm und zum Ortler.
Um den Rückweg interessanter zu machen, sind wir dem Grat des Watles ein Stück gefolgt und über den Pfaffensee zurück zur Seilbahn gelaufen.
Nach einem Tag Wanderpause standen wieder Waalwege auf dem Programm. Diesmal sollte es eine Rundtour mit drei verschiedenen Waalen sein. Von Morters aus sind wir zum Rautwaal aufgestiegen. Na ja, sogar noch weiter als zum Rautwaal, da die Beschilderung etwas bescheiden war. Was soll's, ein paar Extra-Höhenmeter haben nicht geschadet, allenfalls kurzfristig meiner guten Laune.
Der Rautwaal war wirklich wunderbar ruhig und beschaulich. Er führt oberhalb von Morters taleinwärts. Man trifft dann noch vor der Ableitung des Waals aus einem Bach auf eine Straße, die zu überqueren ist. Auf der anderen Talseite führt der zweite Wal wieder talauswärts. Leider ist der Neuwaal seit einer Weile komplett verrohrt. Aber der Wanderweg ist immer noch da... Nach einer Weile verläßt man den Waal und steigt zu den Apfelplantagen ab. Dort trifft man auf den dritten Waal, den Mareinwaal, der wieder zurück nach Morters führt. Unterwegs sind wir noch im "Bierkeller" eingekehrt. Ein wirklich uriges Lokal, im Wald und direkt am Waal gelegen. Unbedingt zu empfehlen!