An eine Tour im Süden war wegen des Wetters nicht zu denken, so dass wir wieder im Norden unterwegs waren. Wir wollten die Levada von Ribeiro Frio ("kalter Fluß") nach Portela wandern, die sogenannte "Forellen-Levada". Der Plan, am Ende der Tour in Portela zu parken und mit dem Taxi zum Anfang zu fahren, ging leider nicht auf. Es waren keine Taxen da. Den Hinweis des nahegelegenen Restaurants, dass ein Taxi in 10 Minuten kommen wird, haben wir schon nach einer halben Stunde ignoriert...
Durch Zufall haben wir dann ein portugiesisches Pärchen gefunden, mit dem wir spontan eine Fahrgemeinschaft gebildet haben. Das war sehr unterhaltsam und nebenbei auch noch lehrreich, denn wir haben uns zeigen lassen, dass unser Auto auch ein eingebautes Navi hat. Das ist insbesondere deshalb interessant, weil uns Avis noch ein Navi vermieten wollte... Und er stimmt wieder, der Avis-Slogan: "We try harder." Irgendwie schon, was das Abkassieren betrifft.
Die Levada-Wanderung war richtig toll. Der Weg führte mitten durch den Wald. Die Levada war die meiste Zeit von Bäumen und Sträuchern bedeckt. Anfangs sehr breit und leicht zu gehen, später richtig schmal und durch Stahlseile gesichert. Als Würze gegen Ende dann auch noch einige kleine Tunnel. Zwischendurch gab's auch mal Ausblicke ins Tal und ins Gebirge. Während der ganzen Wanderung haben wir übrigens nicht eine einzige Forelle gesehen. Wahrscheinlich waren die in Ribeiro Frio schon auf den Tellern im Restaurant gelandet, wer weiß.
Trotz des Wetters hatten wir uns auf die Hocheben gewagt und siehe da, bei Rabacal waren die Wolken garnicht so übel. Also haben wir uns zu einer kurzen Tour zum Risco-Wasserfall entschlossen. Erst bergab vom Parkplatz zur Forsthütte Rabacal und dann entlang der Levada do Risco zum gleichnamigen Wasserfall. Der erste Teil ist eine langweilige Asphaltstraße, aber entlang der Levada geht man durch einen moosbehangenen Wald. Überall läuft Wasser vom Berghang. Und bald nicht nur vom Hang, sondern direkt von oben. Je näher wir dem Wasserfall kamen, desto mehr regnete es. Kann man nix machen. Der Wasserfall war sehr imposant und führte (genährt durch das schlechte Wetter der vergangenen Tage) durchaus Wasser.
Zurück wieder entlang der Levada zum Forsthaus. Dort wurde die Möglichkeit angeboten, mit einem Shuttle die ca. 200 Höhenmeter zum Parkplatz zurückzulegen. Und da stapelten sich die Touris! Runter waren die allermeisten brav gelaufen, aber es hatte offensichtlich keiner mehr Lust, wieder selbst nach oben zu wandern. Irgendwie hat das nix mehr mit dem Madeira zu tun, dass wir von damals kannten. Wir sind jedenfalls tapfer und ganz allein zum Parkplatz gelaufen. Ich meine, wenn wir schon 15 km in den Beinen gehabt hätten, wäre das vielleicht etwas anderes gewesen, aber doch nicht bei drei bequemen Kilometern bis zum Wasserfall...
Wir hatten unser Auto in Calheta geparkt und uns mit dem Taxi zum Startpunkt fahren lassen. Das Wetter spielte leider nicht ganz so mit, aber die Regentropfen blieben zum Glück nur kurz. Die Levada selbst ist von der einfachen Sorte, recht breit, keine Tunnel und nur in den Talschlüssen mal ein paar Stufen. Der Weg führt die gesamte Strecke nur durch den Wald und man kann reichlich Eukalyptus inhalieren, wunderbar. Interessante Ausblicke auf Orte oder das Meer gibt es nur selten, aber die Landschaft und der Wald entschädigen dafür.
Nach gut 3 Stunden haben wir dann die Levada verlassen und sind eine Straße steil bergab zurück nach Calheta gelaufen. Dabei hat uns ein sehr netter Portugiese den richtigen Weg gewiesen. Wie sich herausstellte, hatten wir das Auto nicht dort geparkt, wo der Wanderführer es empfohlen hatte. Wenn wir der Beschreibung gefolgt wären, hätten wir die Hauptstraße an einer ganz anderen Stelle erreicht - und hätten kein Auto vorgefunden. Ist ja nochmal gutgegangen.
Tipp: Direkt hinunter zum Meer fahren und ein kühlendes Bad am Strand von Calheta nehmen. Der Sandstrand ist zwar mit Lavakieseln durchsetzt, aber trotzdem ideal, um eine Runde zu schwimmen.
Das Wetter sah heute Morgen ausgezeichnet aus und so sind wir ins Gebirge gefahren. Wir haben uns für den Klassiker entschieden, vom Pico do Areeiro zum Pico Ruivo und zurück. Wir haben die Tour 2004 schon einmal gemacht, allerdings mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Heute haben wir es bei der Standard-Tour belassen, was absolut ausreichend war...
Das Wetter war fantastisch! Es gab am Morgen absolut keine Wolken. Zunächst geht es mehr als 300 Höhenmeter nach unten. Die Tour führt durch insgesamt 6 Tunnel, quer durch die Berge und mitten durch senkrechte Felswände. Überall beeindruckende Ausblicke in die Täler und hinüber zur Hochebene. Nach dem letzten Tunnel geht es dann wieder bergauf zur Pico-Ruivo-Hütte und eine Viertelstunde weiter zum Gipfel des Pico Ruivo.
An der Hütte haben wir Rast gemacht. Dort liefen vier schwarze Katzen herum und haben überall fürchterlich gebettelt. So richtig Schwung kam in die Sache, als ein kleines Kind anfing, die Katzen streicheln zu wollen. Die konnten echt schnell laufen...
Mittlerweile waren erwartungsgemäß Wolken aufgezogen. Der Rückweg erfolgte auf dem gleichen Weg. Also erstmal wieder runter, dann durch die Tunnel und auf der anderen Seite wieder bergauf. Im Aufstieg sind wir meist durch die Wolken gelaufen. Es sind übrigens genau 1.740 Stufen vom tiefsten Punkt der Tour bis hinauf zum Pico do Areeiro - dabei sind die Stufen zwischendurch und beim Aufstieg zum Pico Ruivo nicht mitgezählt!
Am Pico do Areeiro war übrigens nur die Radarkuppel wiederzuerkennen. Der Parkplatz wurde umgestaltet und ein komplettes Besucherzentrum gebaut. Der Kommerz hat auch hier Einzug gehalten. Ach ja, und auch die Panflöten-Inkas waren wieder da. Aber nur am Vormittag. Offensichtlich hatten sie nach dem Mittag noch eine andere lohnende Stelle, um ihre CDs anzubieten.
Blick vom Pico de Areeiro zum Pico do Gato (Mitte) und Pico das Torres (rechts)
Weg durch die Steilwände mit Tunneleingang
Blick vom Pico Ruivo in Richtung Boca Encumeada und Hochebene Paul de Serra (Hintergrund)
Bei der ersten Wanderung auf Madeira haben wir es ruhig angehen lassen. Das Wetter war heute Vormittag richtig sonnig und warm (gestern eher wolkig mit Schauern, auf der Hocheben dicker Nebel und sogar Regen). Wir haben uns mit dem Taxi einige Orte weiter zur Levada fahren lassen und sind zurück zum Hotel gewandert. Der Einstieg in die Levada war traumhaft. Der Weg wird von Weinstöcken umschlossen, so dass man ein Stück unter einem Teppich von Wein läuft. Die Levada schlängelt sich zwischen Dörfern hindurch und auch in eine tiefe Schlucht hinein. Meist ist die Levada offen, teilweise aber von Betonplatten bedeckt. Man läuft in Richtung Westen entgegen der Fließrichtung des Wassers.
Kurz vor dem Cabo Girao nimmt die Levada einen Tunnel zur anderen Seite des Berges. Der Tunnel ist kerzengerade und ca. 200 Meter lang. Wir hätten unsere Taschenlampen nicht unbedingt gebraucht, aber sie waren doch sehr nützlich, da der Weg sehr uneben war. Hinter dem Tunnel haben wir die Levada verlassen und sind zur Straße aufgestiegen. Am Abzweig zum Cabo Girao haben wir in einer Bar einen Snack zum Mittag genommen, was übrigens sehr zu empfehlen ist. Sehr lecker und richtig günstig. Kurz vor dem Hotel sind wir nochmal abgezweigt und haben am Cabo Girao einen Blick in die Tiefe geworfen. Immerhin 580 Meter bis zum Meer, echt beeindruckend. Der Aussichtspunkt wurde in den letzten Jahren komplett umgebaut. Wir haben nichts mehr wiedererkannt. Die Parkplätze sind komplett anders und auch das Häuschen mit dem riesigen Foto von Winston Churchill ist nicht mehr da. Schade!
Levada do Norte
Levada do Norte
Levada do Norte - Tunnel beim Cabo Girao
Blick vom Cabo Girao in Richtung Funchal und Camara de Lobos