Donnerstag, 26. Juni 2014

Irland 2014: von Belfast nach Bushmills (Tag 6)

Raus aus Belfast auf der Autobahn und dann den ganzen Tag die Küste entlang. Immer nach Norden. Zuerst fast endlos entlang der Bucht von Belfast, später die "Antrim Coast" und die "Causeway Coast". Wow, was für eine schöne Ecke! Grüne Berghänge, eine schöne Straße und immer wieder Ausblicke auf die irische See.

Nicht so verläßlich war leider das Wetter. Alles in grau getränkt und am Nachmittag hat es angefangen zu regnen. Wir haben die Aktivitäten an der frischen Luft also auf Freitag verschoben und haben stattdessen die Whiskey-Destillerie in Bushmills besucht. Ein sehr lohnenswertes Ziel, nicht nur für Freunde des irischen Whiskeys. Die Führung durch die laufende Produktion war sehr interessant und unser Guide hatte nur ganz wenig von diesem schwer verständlichen Akzent, der hier leider so verbreitet ist. Anschließend darf auch verkostet werden, jeder einen nach Wahl. Nach dem Genuss folgt dann nochmal der obligatorische Shop, wo man neben dem Alkohol auch sämtliche Produkte wie Shirts, Jacken, Socken, etc. kaufen kann.


Antrim Coast
Bushmills Distillery

Mittwoch, 25. Juni 2014

Irland 2014: Belfast (Tag 5)

Gestern war das Wetter schon nicht so toll, aber heute hat es den ganzen Tag geregnet. Nun ja, da macht es nicht so viel Spass, sich draußen zu bewegen. Nach einem späten Start haben wir uns das Rathaus (City Hall) angeschaut. Ein richtig schönes Gebäude, innen und außen. Weiter durch die Fußgängerzone zur St. Anne's Cathedral. Eine beeindruckende Kathedrale mit wunderbaren Glasfenstern.

Von dort haben wir nochmal eine Runde mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus durch die Viertel der "Troubles" gedreht (siehe gestern). Wir haben den Bus an der Queen's University verlassen und sind ins Ulster Museum gegangen. Da war es warm und trocken ;-) Ein interessantes Museum, bunt gemixt, ein wenig mit Fokus auf Nordirland. Es gab auch zwei Ausstellungen zum Thema "Troubles", einmal Kunst zu den Troubles (Bilder, Skulpturen, Video) und die andere eher Fakten und Fotos.

Auf dem Rückweg haben noch chinesisches Essen mitgenommen und lassen es uns jetzt im Hotel gutgehen. Morgen verlassen wir Belfast in Richtung Norden. Es soll wieder den ganzen Tag regnen.

City Hall, Belfast
Shankill, Belfast
Ulster Museum, Belfast

Dienstag, 24. Juni 2014

Irland 2014: Belfast (Tag 4)

Auf dem Weg zum Titanic-Museum haben wir uns Frühstück in einem Cafe geholt. Der Plan war dann, eine Bank in dem kleinen Park am Rathaus zu suchen und gemütlich zu frühstücken. Ging aber nicht. Alles abgesperrt und voller Polizei. Die Queen ist zur Zeit in Nordirland und ausgerechnet heute im Rathaus. Da herrscht natürlich höchste Sicherheitsstufe... Wir mussten dann mit einer Bank außerhalb des Park vorlieb nehmen, was aber in Ordnung war. Das Polizeiaufgebot in der Stadt war wirklich beeindruckend. Mich persönlich haben die gepanzerten Land Rover am meisten fasziniert, denn die sahen teilweise so aus, als wären sie das letzte Mal bei den Unruhen in den 70ern eingesetzt worden.

Das Titanic-Museum war spitze! Alles wirklich super aufbereitet und kein bischen langweilig. Es gibt in dem Gebäude sogar eine Art Seilbahn, auf der man mit 4er Gondeln durch einen riesigen dekorierten Raum "geflogen" wird. Es mutet zuerst wie eine Art Geisterbahn an, aber die Gondeln hängen an Seilen an der Decke und können aufwärts und abwärts bewegt und auch nach links und rechts gedreht werden. Es gibt im Museum viele Fotos zu sehen und es wird immer wieder Bezug auf die Lebensgeschichte einzelner Passagiere genommen. Bis zum bitteren Ende.

Nach dem Museum sind wir zum Titanic-Dock gelaufen. Man kann das riesige Trockendock anschauen und das zugehörige Pumpenhaus. Wenn man so unten im Dock steht, merkt man erst wirklich, wie große dieses Schiff war.

Wir sind von dort in den Hop-On-Hop-Off-Bus eingestiegen und haben am Nachmittag die Stadtrundfahrt gemacht. Verkehrschaos pur wiedermal. Am interessantesten war aber die Fahrt durch die Stadtviertel der "Troubles" ("Unruhen"), wobei das eigentlich nur eine harmlose Umschreibung für einen Bürgerkrieg ist, wenn man die tausenden von Toten im Laufe der Jahre bedenkt. Die Route führt direkt an einer "Peace Wall" ("Friedensmauer") entlang. Da steht zwischen zwei Wohnvierteln eine mehr als 5 Meter hohe Mauer aus Stein, Blech und Maschendraht. Unvorstellbar und unbegreiflich - in einem zivilisierten Land, in Europa. Im Viertel der (protestantischen) Royalisten weht der britische Union Jack (siehe Flagge oben) und die Fahne von Ulster (Nordirland). Im Viertel der (katholischen) Nationalisten sind Wandbilder an den Häusern, die IRA-Leute als Helden darstellen.

Morgen gibt's nochmal eine Dosis Kultur...

Titanic-Dock
Peace Wall
Mural (Wandbild) für Bobby Sands

Montag, 23. Juni 2014

Irland 2014: von Dundalk nach Belfast (Tag 3)


Immer entlang der Küste ging es heute weiter Richtung Norden. Noch am Vormittag haben wir fast unbemerkt die Republik Irland verlassen. Lediglich ein Schild am Straßenrand wies darauf hin, dass sich alle Geschwindigkeitsangaben ab sofort in Meilen verstehen. Dann ist man bereits in Großbritannien angekommen. Die Preise sind in Pfund Sterling angeschrieben, aber sonst sieht alles gleich aus. Wirklich gleich.

Wir sind der Küste bis Strangford gefolgt, haben uns aber die Fährüberfahrt gespart und sind direkt nach Belfast abgebogen. Der Verkehr in Belfast war erwartungsgemäß anstrengend, aber dank Navi haben wir das Hotel problemlos gefunden. Wir haben sogar einen der wenigen Tiefgaragenparkplätze bekommen und kostenfreies WLAN obendrauf. Super!

Das Wetter war bis zum Nachmittag richtig gut, aber dann kamen die Wolken. Bis auf ein paar minimale Tropfen ist es vorerst trocken geblieben, ab morgen soll es auch mal regnen. Wir haben am Abend noch eine kleine Erkundungsrunde um das Hotel gezogen und etwas zum Essen besorgt. Für morgen früh haben wir das Titanic-Museum gebucht. Das wird sicher interessant.

Proleek Dolmen
Carlingford Lough (links: Republik Irland, rechts: Nordirland - Großbritannien)

Sonntag, 22. Juni 2014

Irland 2014: Dundalk (Tag 2)

Unsere Erkundungstour südlich von Dundalk war heute nur in Teilen erfolgreich. In Newgrange, einer megalithischen Grabanlage, wurden wir nicht eingelassen. Die Besichtigung war nur im Rahmen einer Führung möglich und die startete im 17 km entfernten Besucherzentrum mit Shuttle-Bussen. Da war uns die Lust irgendwie vergangen. Wir haben stattdessen eine andere Grabanlage angeschaut, die nur 2 km entfernt war. Okay, halt nicht so groß und auch nicht so gut erhalten und auch die unterirdischen Eingänge waren versperrt, aber ganz ohne Gruppenzwang und auch noch kostenlos.

Das nächste Ziel, eine mittelalterliche Klosterruine, war komplett gesperrt. Schon die Zufahrtsstraße war mit großen Gittern gesichert. Eröffnet am 01. Juli wieder. Dann ohne uns.

Nach dem wenig verheißungsvollen Anfang lief es aber sehr gut. Auf kleinen Nebenstraßen hat uns das Navi zum nächsten Ziel geleitet ("die kürzeste Verbindung zwischen 2 Punkten"). In Monasterboice gab es einige riesige Steinkreuze, einen Rundturm und eine verfallende Kirchenanlage zu bestaunen. Alles mittlerweile eingebettet in einen Friedhof, der noch voll in Betrieb ist.

Weiter über Drogheda (mit Shopping Mall) zur Küste. Wir haben dann versucht, möglichst nah an der Küste zu bleiben, meist auf winzigen Straßen. Unterwegs gab es wunderbare Sandstrände, riesig breit und flach, fast menschenleer. Das Wetter war gut, aber der Wind recht frisch. Wir haben deshalb von einem Bad abgesehen.

Zurück in Dundalk haben wir noch ein Einkaufszentrum (mit Outlet-Charakter) und eine weitere Shopping Mall absolviert. Es ist völlig unklar, wie eine Stadt dieser Größe so viele Geschäfte haben kann. Auch das hat sich seit unserem erstem Besuch völlig verändert.

Morgen geht es weiter nach Belfast.

Newgrange
Monasterboice
Drogheda
Auf Google+ gibt's noch ein Pano von Monasterboice: https://plus.google.com/112320456900086587872/posts/6y4yttbrtPH